"Amoklauf, mein Kinderspiel" von Thomas Freyer
Eine Lesung als Anlass über dieses Thema zu sprechen
"Man darf sich nicht beklagen. Man darf sich nicht beklagen. Es geht uns gut." Wie ein Mantra sprechen die Figuren diese Worte immer und immer wieder. Als ob die Wiederholung sie zu einer wirksamen Zauberformel machen könnte. Als ob sich dadurch das behauptete "Es geht uns gut" in ein glaubwürdiges "Wir sind glücklich" verwandeln könnte. Doch das wird nicht funktionieren.
Denn die Figuren in Thomas Freyers "Amoklauf, mein Kinderspiel" sind alles andere als glücklich und zufrieden. Sie sind verloren, verlassen und unverstanden, sind perspektiv- oder orienterungslos, sind ohne Heimat oder Zukunft.
Drei Jugendliche sind es, die in dem Stück aus ihrem Leben erzählen und aus ihrem Schulalltag, die ihren Hass zeigen, ihre Wut und ihre Verletzlichkeit. Vom Schweigen der Lehrer zur eigenen Stasi-Vergangenheit berichten sie genauso wie vom Urlaub an der spanischen Mittelmeerküste und vom Familienleben zwischen Würstchengulasch, Arbeitslosigkeit und Otto-Katalog. Das Leben der drei findet irgendwo im Osten statt, vielleicht in Erfurt. Vielleicht anderswo.
Aha!
Bildung beflügelt